Begrüßungsabend in Cottbus mit Ehrenmoment für Dr. Rolf Frielinghaus

Wer sagt, Karneval sei nur laut und bunt, war noch nie auf einem solchen Abend:
Der Begrüßungsabend zur Fernsehsitzung „Heut’ steppt der Adler“ am 16. Januar 2026 in Cottbus war ein liebevoll inszeniertes Miteinander – getragen von Herzlichkeit, Respekt und der Freude darüber, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Unter dem Motto „Ankommen bei Freunden“ versammelten sich Vertreter:innen der ostdeutschen Landesverbände, Prinzenpaare, Funktionsträger und Ehrenamtliche – und mittendrin: Dr. Rolf Frielinghaus, der an diesem Abend noch einmal ganz besonders im Mittelpunkt stehen sollte.


Ein Abend, der den Begriff „Freundschaft“ mit Leben füllte

Bereits beim Eintreffen in der liebevoll dekorierten Lokalität war klar: Hier geht es nicht um Protokoll, sondern um Begegnung. Statt großer Showinszenierung wurde in Cottbus vor allem eines geboten – Authentizität. Gastgeber:innen aus Brandenburg, Gäste aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, miteinander am Tisch, im Gespräch, im Austausch.

Musikalisch untermalt vom neuen Motto-Lied „Das grüne Herz schlägt Karneval“, begleitet von kleinen Anekdoten, selbstgestalteten Orden und viel Wärme. Der frisch gewählte Thüringer Landespräsident Christoph Matthes moderierte charmant und pointiert durch den Abend – nicht ohne den ein oder anderen Seitenhieb auf den MDR, das Rheinland oder die eigene närrische Historie einzubauen. Immer mit einem Augenzwinkern, nie mit Bitterkeit – ganz im Sinne der gelebten Narrenkultur.


Ein Mann, eine Ära – Dr. Rolf Frielinghaus

Der emotionale Höhepunkt des Abends war jedoch ohne Frage die Ehrung von Dr. Rolf Frielinghaus. Bereits im März 2025 hatte er mit dem BDK-Verdienstorden in Gold mit Brillanten eine der höchsten Auszeichnungen des deutschen Karnevals erhalten – als Würdigung seiner über 40-jährigen Tätigkeit im Dienste des Ilmenauer Karnevalklubs, des Landesverbandes Thüringer Karneval und des gesprochenen Wortes auf der karnevalistischen Bühne.

An diesem Abend in Cottbus aber kam noch eine ganz besondere Auszeichnung hinzu – eine, die kaum einer erhält, geschweige denn in solch familiärem Rahmen überreicht bekommt:
Im Namen aller fünf ostdeutschen Landesverbände wurde Dr. Rolf Frielinghaus der Große Verdienstorden in Silber der G5-Ostverbände verliehen. Diese Ehrung, die in der Regel nur alle drei Jahre und pro Runde einmal vergeben wird, markiert nicht nur Anerkennung – sie ist ein Zeichen des tiefen Respekts über Verbands- und Landesgrenzen hinaus.

Christoph Matthes, sichtlich bewegt, schilderte in seiner Würdigung die Rolle von Rolf als „großväterliche Instanz“ in seinem eigenen Werdegang: klug, vermittelnd, verlässlich – und immer mit einem feinen Gespür für das richtige Maß zwischen Verantwortung und Menschlichkeit. In einer Zeit, in der viele Karnevalsvereine zwischen Tradition und Gegenwart ringen, sei Rolf Frielinghaus eine lebende Brücke, ein Verkörperer von Kontinuität ohne Stillstand.


Die Replik: Humor, Demut und Goethe auf Ilmenauer Art

In seiner Antwort sprach Dr. Frielinghaus frei – und wie immer aus dem Herzen. Er erinnerte an seine Wurzeln in Babelsberg, seinen Weg nach Ilmenau und an den Lehrer, der ihm zum Abschied zurief: „Grüß mir den Kickelhahn!“ – jenen Ort, an dem Goethe „Über allen Gipfeln ist Ruh“ verfasste.
In Anlehnung daran brachte Frielinghaus eine eigene karnevalistische Version des Gedichts zu Gehör – eine gereimte Hommage an Bratwurst, Bier und das närrische Fest am Kickelhahn, die für zahlreiche Lacher sorgte und die persönliche Verbindung zwischen Heimat, Humor und Haltung deutlich machte.

„Auch wenn im Heft steht ‚Ausgekehrt‘ – ich kehre weiter“, sagte er zum Schluss mit einem Augenzwinkern. Und kündigte an, auch 2026 wieder als „letzter Straßenkehrer von Ilmenau“ auf der Bühne zu stehen. 350 Reden habe er bereits geschrieben, viele für andere, viele aus Leidenschaft – und so lange es geht, werde er weitermachen. Was für eine Haltung. Was für ein Vorbild.


Thüringen, Lausitz, Freundschaft – ein Abend mit Seele

Der Abend endete, wie er begonnen hatte: herzlich, ungezwungen, gemeinschaftlich. Es wurde angestoßen, geplaudert, gesungen. Der Austausch über Landesgrenzen hinweg zeigte einmal mehr, wie sehr Ehrenamt, Karneval und gelebtes Miteinander Menschen verbinden. Die vielen kleinen Gesten – von selbst gestalteten Orden über Pins bis hin zu mitgebrachten Getränken – unterstrichen: Hier ist nichts inszeniert, sondern ehrlich gewachsen.


Fazit

Der Begrüßungsabend in Cottbus war kein großer Galaempfang – und gerade deshalb so besonders. Er war ein Fest des echten Ankommens, des Wiedersehens und des Dankes.
Die Ehrung von Dr. Rolf Frielinghaus war der emotionale Mittelpunkt eines Abends, der in Erinnerung bleibt: als Zeichen der Wertschätzung, der Verbundenheit – und als Verneigung vor einem Lebenswerk, das den Karneval weit über Ilmenau hinaus geprägt hat.

Helau auf die Freundschaft, Helau auf Rolf Frielinghaus, Helau auf den Karneval, wie er sein sollte.